LEO ASCHER
Wien, 17. August 1889 - New York, 25. Februar 1942


Biographie

Leo Ascher, am 17. August 1880 in Wien als Sohn eines Schirm-Fabrikanten geboren, erhielt schon im Alter von zehn Jahren seinen ersten Klavier- und Theorie-Unterricht bei dem blinden Organisten S. Storch. Auf Wunsch seiner Eltern absolvierte er zunächst ein Jura-Studium, das er 1904 mit der Promotion abschloß.
Gleichzeitig studierte er am Wiener Konservatorium Kontrapunkt und Komposition bei Stefan Stocker und Robert Fuchs sowie Klavierspiel bei Hugo Reinhold und Louis Thern. Bei dem Komponisten und langjährigen Mitglied des Hofopern-Orchesters Franz Schmidt vervollständigte er seine Ausbildung.
Bereits während seines Studiums war Leo Ascher mit zahlreichen Kunstliedern und Kabarett-Chansons hervorgetreten und hatte dadurch das Interesse Victor Léons (der spätere Librettist Franz Leh´àrs, erregt. Aus der Zusammenarbeit der beiden Künstler entstand Aschers erste Operette - "Vergelt's Gott", die am 14. Oktober 1905 im Theater an der Wien uraufgeführt wurde und herzlich gefeiert wurde.
In den folgenden fünf Jahren suchte Ascher mit wenig Glück nach einem neuen Libretto; dann traf er in seinem Stamm-Kabarett "Fledermaus" ein Librettisten-Duo, das der Wiener Operette mehr erstklassige Textbücher geliefert hat als jede andere Librettisten-Gemeinschaft vor oder nach ihnen: Julius Brammer und Alfred Grünfeld. Sie schrieben als erstes Stück für Ascher das Singspiel "Vindobonda, du herrliche Stadt", wenig später folgte das Stück, das Leo Ascher endgültig etablieren sollte: "Hoheit tanzt Walzer", ein wienerisches Stück mit einem Hauch von Biedermeier-Poesie.
Nach einigen weniger bedeutenden Schöpfungen folgte 1916 Aschers nächster großer Erfolg: "Der Soldat der Marie". Überraschenderweise handelt es sich bei dieser Operette um ein typisch Berliner Singspiel aus Großmutters Zeiten. Viele von Aschers weit über 30 Operetten sind berechtigt der Vergessenheit anheim gefallen, was vor allem daran liegt, daß dem Komponisten jene Unbekümmertheit fehlte, die fördernd auf die melodische Erfindung wirkt. Seine besten Werken aber machten den Namen Leo Ascher bis hin nach Amerika bekannt, und es wäre durchaus lohnend, das eine oder andere Stück einmal wieder auf die Bühne zu bringen.
Wie viele seiner Kollegen mußte auch Leo Ascher in der Zeit des Dritten Reichs emigrieren. Er ließ sich in New York nieder, wo er am 25. Februar 1942 starb.


Operetten


© 2005, Karl Albert