DON CESAR

Operette in drei Akten
Libretto: O. Walther?
Musik: Rudolf Dellinger
Uraufführung: 28. März 1885, Hamburg


PERSONEN DER HANDLUNG

Der König Interpret(in) der Uraufführung
Don Fernandez de Mirabillas, Minister unbekannt
Don Onofrio, Archivar unbekannt
Donna Uraca, dessen Gemahlin unbekannt
Don Cesar, ein armer Edelmann unbekannt
Maritana, eine junge Zigeunerin unbekannt
Pueblo, erster Falkenier der Königin unbekannt
Hauptmann Martinez unbekannt


DIE HANDLUNG

Erster Akt
Eine Straße in Madrid, während eines Volksfestes. Der König sieht die schöne Maritana auf der Straße tanzen und verliebt sich in die Zigeunerin. Er beauftragt seinen Minister, das Mädchen zu ihm zu bringen. Zwar vermittelt der königliche Archivar Onofrio ein Rendezvous zwischen Maritana und dem verkleideten König, doch Maritana läßt sich auf nichts ein: sie will nur dem angehören, der ihr vor dem Altar angetraut wurde. Don Fernandez beschließt daraufhin, Maritana zum Schein mit irgendeinem Mann zu verheiraten, der natürlich nach der Heirat dem König seinen Platz überlassen soll. Wie gerufen erscheint der verarmte Don Cesar nach längerer Abwesenheit gerade zur rechten Zeit. Er steht dem jungen Pueblo und dessen Freunden bei, die eben wegen eines kleinen Streiches verhaftet werden sollen. Er widersetzt sich damit dem Hauptmann Martinez, den er zu allem Überfluß auch noch verwundet. Don Fernandez, der alles mit angesehen hat, läßt Don Cesar verhaften.

Zweiter Akt
Im Kerker. Don Cesar schlummert unbesorgt und singt im Schlaf ein Ständchen, daßer am Tag zuvor von Pueblo gehört hat: "Komm herab, o Madonna Teresa". Pueblo erscheint und beklagt Don Cesars Mißgeschick. Natürlich ist auch der nicht eben glücklich über die Aussicht, gehängt zu werden. Da kommt Don Fernandez und macht dem bereits Verurteilten einen Vorschlag: Wenn Don Cesar sich bereit erklärt, vor der Hinrichtung noch rasch eine Dame zu heiraten, die nur seinen Titel braucht, wird man ihn ehrlich und schnell durch die Kugel sterben lassen. Andernfalls... Don Cesar willigt amüsiert ein, und schon führt man ihn, tief verhüllt, zum Altar, wo bereits eine tief verschleierte Dame wartet. Rasch ist die Trauung vollzogen, und während die Wache dem von Don Fernandez gespendeten Wein zuspricht, entfernt Pueblo die Kugeln aus den Gewehren. Schließlich führt man Don Cesar zur Hinrichtung. Zwar hört man Schüsse, doch die stammen nicht aus den Gewehren der Wachen. Pueblo hat für die ablenkenden Schüsse gesorgt. Doch Don Cesar spielt seinen Tod sehr überzeugend. Während die Wachen schon wieder beim Gelage sind, amüsieren sich Don Cesar und Pueblo über den gelungenen Streich.

Dritter Akt
Ein Schloß nahe Madrid. Maritana wird von Onofrio und dessen Gattin als Gräfin von Irun in die Gesellschaft eingeführt. Sie empfängt auch den König, der natürlich als Don Cesar von Irun auftritt. Doch eine Depesche ruft ihn nach Madrid zurück. Zum Schrecken von Don Fernandez erscheint bald darauf der echte Don Cesar, der nun sein Recht auf seine Gattin geltend macht. Kurz entschlossen stellt ihm Don Fernandez die resolute Gattin Onofrios als solche vor. Voller Schrecken ist Don Cesar bereit, gegen eine entsprechende Abfindung auf diese Gattin zu verzichten und für immer ins Ausland zu gehen. Nun aber tritt Maritana selbst herein. Sie erkennt ihren Gemahl, zerreißt das bereits unterzeichnete Dokument und gibt sich Don Cesar zu erkennen. Don Fernandez will Don Cesar verhaften lassen, doch dieser schlägt sich tapfer und entkommt durchs Fenster. Am Abend kehrt er zurück, um den inzwischen zurückgekehrten König zur Rede zu stellen. Der muß schließlich nachgeben und Don Cesar verzeihen. Und von Maritana wird er in Zukunft die Finger lassen.


EINSPIELUNGEN

Keine Gesamteinspielungen bekannt. Es existieren aber diverse Einzelaufnahmen des berühmten
Ständchens 'Komm herab, o Madonna Teresa'.


HÖRBEISPIELE

  • Komm herab, o Madonna Teresa (Ständchen des Don Cesar)


    © 2005 Karl Albert