RUDOLF DELLINGER
Graslitz (Böhmen), 8. Juli 1857 - Dresden, 24. September 1910


Biographie

Rudolf Dellinger stammte aus dem böhmischen Instrumentenbauer-Städtchen Graslitz, wo er naturgemäß schon in jungen Jahren mit der Musik in Kontakt kam. Er studierte zunächst an der Prager Musikschule, dann am dortigen Konservatorium. Als Klarinettist ging er 1880 nach Brünn. Dort ließ er zum Kapellmeister ausbilden, wirkte in dieser neuen Funktion am dortigen Stadttheater und übersiedelte, nach Kapellmeister-Engagements in Eger, Prag und Salzburg schließlich 1883 nach Hamburg. Hier schrieb er mit 28 Jahren seine erste Operette, Don Cesar, die mit triumphalem Erfolg in Hamburg uraufgeführt wurde. Ein ungewöhnlich gelungenes Werk war hier zu erleben, das der komischen Oper durchaus nahe stand. Der Stoff - Offenbachs La Perichole nicht unähnlich, war der einst populären Oper Maritana von Williams Wallace entnommen.
Mit seinen folgenden Werken konnte Dellinger den triumphalen Erfolg seines Erstlingswerkes nicht mehr wiederholen. Einzig Jadwiga konnte 1901 noch einen nachhaltigen Erfolg verbuchen. Wiederum hatte Dellinger hier auf einen alten Opernstoff zurückgegriffen: die Handlung ist weitgehend identisch mit Aubers Oper Die Krondiamanten.
1893 wurde Dellinger als Musikdirektor nach Dresden verpflichtet, wo er 1910, eben 53 Jahre alt, in geistiger Umnachtung starb.


Operetten


© 2005, Karl Albert