Operette

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SPYROS (SPYRIDON) SAMARAS
29. November 1861, Korfu - 7. April 1917, Athen


Biographie

Spyros Samaras, als Sohn des Sub-Konsuls Scarlatos Samaras und seiner Gattin Fanny auf der griechischen Insel Korfu geboren, entwickelte schon in frühester Jugend ein starkes Interesse an der Musik. Doch sein Vater stellte sich den musikalischen Ambitionen des Sohnes entgegen, und so konnte Spyros Samaras erst nach dem frühen Tod seines Vaters mit der musikalischen Ausbildung beginnen. Er begann sein Studium (Violine, Musiktheorie, Orchestration) am Konservatorium in Athen. Die meisten seiner Kompositionen aus dieser Zeit, zumeist Klavierwerke, sind verschollen.

Im Jahre 1882 ging Samaras nach Paris und setzte dort seine Studien fort, zunächst bei Léo Délibes, später bei Jules Massenet. 1885 dann ging er nach Mailand, wo er vom renommierten Verlag Sanzogno unter Vertrag genommen wurde. In Italien machte Samaras sich einen Namen als Opernkomponist, dessen Werke nicht nur in Italien, sondern auch in Frankreich und Deutschland (La biondinetta, Uraufführung 1906 in Gotha) mit großem Erfolg aufgeführt wurden. Gleichzeitig hielt Samaras aber stets engen Kontakt zu seiner griechischen Heimat und unterhielt enge Verbindungen zum griechischen Königshaus. 1896 schließlich kehrte er nach Griechenland zurück und ließ sich in Athen nieder.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges war Samaras plötzlich von den europäischen Musikzentren abgeschnitten, und auch in seiner Heimat geriet er - nicht zuletzt durch die Konkurrenz des eben an Popularität gewinnenden Manolis Kalomiris - ins Hintertreffen. Samaras jedoch fand einen anderen Weg zurück zur Anerkennung mit der Komposition dreiaktiger Operetten, die sich umgehend größter Beliebtheit erfreuten. Zudem kommt ihm der Verdienst zu, mit Krieg im Krieg die erste original griechische Operette überhaupt vorgestellt zu haben.

Gleichzeitig arbeitete er an weiteren Opern, deren letzte La Tigra, jedoch durch seinen frühen Tod am 7. April 1917 unvollendet blieb.

Samaras bekanntestes Werk ist die Olympische Hymne, die er für die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit komponierte und die seit 1958 die offizielle Hymne der Olympischen Spiele ist.

Samaras Einfluss auf die Entwicklung der italienischen Oper darf nicht unterschätzt werden. Die Entwicklung des italienischen Verismo wurde in starkem Maße von ihm beeinfluusst, und besonders Puccini und Leoncavallo profitierten stark von Samaras Kompositionsweise. Bei den Bombenangriffen der Alliierten im Jahre 1943 ging ein großer Teil von Samaras Werken verloren, und nur die Großzügigkeit seiner Witwe, die das bei ihr verbliebene Notenmaterial zur Verfügung stellte, konnte der Verlag Sanzogno ab den 1960er Jahren einen Teil der Kompositionen wieder in ihr Verlagsarchiv aufnehmen.


Operetten (Auswahl)



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